Flametti - Hugo Ball - Страница 1 из 212


Roman Emmy Hennings zugeeignet  
I Flametti zog die Hosen an, spannte die Hosenträger und
brachte durch mehrfaches Wippen der Beine die etwas straff ansetzende
Hosennaht in die angängigste Lage. Er zündete sich eine
Zigarette an, stülpte die Hemdärmel auf und trat aus dem
Schlafgemach in das Gasfrühlicht seiner geheizten Stube.
»Kaffee!« befahl er mit etwas verschlafener, rauh
gepolsterter Stimme. Er strich sich die haarigen Arme und
gähnte. Trat vor den Spiegelschrank, zog sich den Scheitel. Er
bürstete Hosen und Stiefel ab, setzte sich dann auf das weinrote
Plüschsofa und öffnete zögernd die Schieblade des vor
dem Sofa stehenden Eßtisches. Dort befanden sich seine
Rechnungsbücher, seine verschiedenen Kassen, Quittungshefte und
die brandroten Briefkuverte, die die Anschrift trugen »Flamettis
Varieté-Ensemble«. Er stellte die Gagen zusammen
– es war der fünfzehnte – und fand, daß er zu
zahlen habe: dem Jodlerterzett (Vater, Mutter und
Tochter), nach Abzug der à conti Fr. 27.50
dem Kontorsionisten, nach Abzug der à conti
" 2.27 dem Damenimitator (keine
à conti) " 60.— der
Soubrette und dem Pianisten (zusammengenommen, sie lebten zusammen),
nach Abzug der à conti " 15.—
Zusammen Fr. 104.77


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