Die Leuenhofer - Ida Bindschedler - Страница 1 из 595


Büblein. Herr Schwarzbeck stand bei der Wandtafel und sah
zu, wie Gustav Brenner den Fehrenbach zeichnete, der unterhalb des
Städtchens in die Illig floss. »Nicht so,
Gustav«, wehrte Herr Schwarzbeck ab. »Nicht grad wie ein
Peitschenstiel. Dem Fehrenbach pressiert es gar nicht so, aus seinem
netten Tälchen herauszukommen. Ihr habt ja gestern selber
gesehen, wie er Umwege macht. Sieh, da etwa ist die Breitwiese
...« »Wo wir den Baldrian und die Vergissmeinnicht
gefunden haben«, riefen die Kinder ... »Da macht er doch
einen Bogen, wie wenn er sich besinnen würde, ob er nicht noch
einmal zurück wolle zum Wald anstatt hinunter zur
Sägemühle, wo er das Rad treiben muss.« Die
Knaben und Mädchen in den Bänken horchten auf. Wie Herr
Schwarzbeck so sprach, war es, als ob man noch einmal den
hübschen Spaziergang durch das Fehrenbachtälchen mache. Dann
fuhren sie fort auf ihre Blätter zu zeichnen. Also recht
geschlängelt: und die Sägemühle nicht vergessen; es
waren vier Häuser da. Wenn man gut gezeichnet hatte, durfte man
das Blatt mit der farbigen Kreide ausmalen, den Bach blau, die Wiese
hellgrün, den Riedenwald dunkel und die Häuser von Ried und
von der Sägemühle rotbraun. Dann sah es aus wie eine
Landschaft, die man von einem hohen Kirchturm herab betrachtet.
Die Fenster des Schulzimmers standen alle offen, und die Sonne schien
auf den alten Holunderbusch am Haus. Es war eigentlich kein Schulhaus.


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