Die Turnachkinder im Sommer - Ida Bindschedler - Страница 1 из 266


hinaus. Das frühe Morgenlicht schien in die kleine Stube, in
der Hans schlief. Er träumte von einem Kampf im Schulhofe; aber
wie es im Traume so geht, die Schulbuben verwandelten sich unversehens
in wilde Krieger, die mit Schwertern aufeinander losgingen. Bum, bum
–! wie das tönte, wenn sie auf die Schilder schlugen! ...
Hans fuhr in die Höhe und öffnete die Augen. Es dröhnte
immer noch fort, ein ganz gewaltiges Hämmern und Klopfen. Nein,
das waren gar nicht Schilde, auf die man schlug – das waren die
Kisten, die man drunten zuhämmerte, und die Bettladen, die man
auseinanderklopfte! Heute war ja ausser Weihnacht der
allerschönste Tag des Jahres! Heut zog man aufs Land in die liebe
Seeweid hinaus! Hans sprang aus dem Bett zum Fenster.
»Hurra, hurra!« schrie er in den Hof hinunter; der
Hausknecht Ulrich mit dem Hammer in der Hand sah auf.
»Hurra, Hansel!« antwortete er. Und da ihm zu allem immer
gleich ein Gesang einfiel, begann er mit seiner Basstimme das
Wanderlied zu singen: »Kamerad, ich nehm' den Stab zur Hand
Und sag' dir heut ade ...« Nur hätte Ulrich
eigentlich umgekehrt singen müssen; denn er blieb den Sommer
über in der Stadt im Geschäft, wo er seine Arbeit hatte.
Als Hans angezogen war, sprang er die Treppe hinunter und auf eine
Türe zu, an der er einen Augenblick horchte. »Die
schlafen natürlich noch wie die Ratten!« dachte er und
legte die Hände als Trompete an den Mund:


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