Briefe - Autobiographische Aufzeichnungen - Jacob Burckhardt - Страница 1 из 114


Zeilen, Jacob Christoph Burckhardt, wurde zu Basel am 25. Mai 1818
geboren als das vierte Kind des damaligen Obersthelfers, späteren
Antistes Jacob Burckhardt und seiner Gattin Margaretha Susanna geb.
Schorendorf. Das Familienleben, in dem er aufwuchs, war ein
überaus glückliches; noch in sehr früher Jugend aber
traf ihn mit dem Tode der lieben Mutter, den 17. März des Jahres
1830, in welchem Jahre das Haus auch durch Krankheit heimgesucht war,
das erste Leid im Leben. So machte sich bei ihm schon frühe
der Eindruck von der großen Hinfälligkeit und Unsicherheit
alles Irdischen geltend und bestimmte seine Auffassung der Dinge bei
all seiner sonst zur Heiterkeit angelegten Gemütsart,
wahrscheinlich einem Erbe seiner seligen Mutter. Auch wurde
Schreiber dieses frühe inne, daß es ihm bei manchen
Anlässen nicht schlimmer und oft besser ging als andern, welche
in ähnlicher Lage waren. Den Schulen von Basel ist er schon
Dank schuldig dafür, daß er sich nicht überarbeiten
mußte und keinen Haß gegen das Lernen faßte, sodann
ganz besonders für diejenige Grundlage in den alten Sprachen,
welche ihm in allen Zeiten seines Lebens die Vertrautheit mit dem
Altertum möglich gemacht hat. Ein besonderes Andenken widmet er
mit zahlreichen andern Schülern vieler Generationen der Methode
und der Persönlichkeit des verehrten Herrn Rektors Dr. Rudolf
Burckhardt. Nach Absolvierung des Pädagogiums folgte


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