Die Schöne und das Tier - Jeanne-Marie Leprince de Beaumont - Страница 1 из 23


Übersetzerin: Luitgard Fidorra (© 2006) Es war einmal ein
reicher Kaufmann, der hatte sechs Kinder, drei Söhne und drei
Töchter. Weil er ein kluger Mann war, sparte er nicht an ihrer
Erziehung und ließ sie in den verschiedensten Fächern
ausbilden. Seine Töchter waren alle sehr schön –
besonders die Jüngste wurde sehr bewundert. Von Kindheit an
nannte man sie nur ›die Schöne‹ und so behielt sie
schließlich diesen Namen, sehr zum Ärger ihrer
eifersüchtigen Schwestern. Die Jüngste war aber nicht nur
schöner als ihre Schwestern, sie war auch von
liebenswürdigem Wesen. Die beiden Älteren dagegen waren
sehr hochmütig, weil sie reich waren. Sie spielten die feinen
Damen und weigerten sich, die anderen Kaufmannstöchter bei sich
zu empfangen; nur Leute von Adel waren gut genug, ihnen Gesellschaft
zu leisten. Jeden Tag gingen sie auf Bälle, ins Theater,
machten Spaziergänge und verspotteten ihre jüngere
Schwester, die den größten Teil ihrer Zeit damit
verbrachte, in ihren Lehrbüchern zu lesen. Da man allgemein
wusste, dass diese Mädchen sehr reich waren, baten mehrere
wohlhabende Kaufleute um ihre Hand. Aber die beiden Älteren
antworteten, dass es mindestens ein Herzog oder allenfalls ein Graf
sein müsse, der für eine Heirat in Frage käme. Die
Schöne aber dankte denen, die um sie anhielten, sehr freundlich,
meinte jedoch, sie sei noch zu jung und wolle gerne noch einige Zeit


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