Lyrik und Prosa des Zentrodada - Johannes Theodor Baargeld - Страница 1 из 25


Galerie Montaigne, 1921 Verse
        Und auch die
Nächte dieser Stadt
Sind unterhöhlt von den stürzenden Glocken.
Uns Nackten wehen in ihr Bad
Des Rausches von ruhlosen Lippen Flocken.
        Wo du an
überlaubtem Tor
Weichere Hände nicht wolltest küssen,
Habt Beide ihr Schatten sehen müssen,
Und Schreie, da ein Gerechter verlor.
        Ein dunkler Seim von
krankem Baum
Ward über das Pflaster zu spaltiger Glättung,
Und ein Zuschlag sprang wie aus eiserner Kettung
Einer toten Weiche in deinen Traum. (1917)
Hommes/sei vorsichtig lieber Heinz, 1920 O
dieser Stunde
            Jetzt
sind durch Stadt
Lange Wege von Suchenden.
Häuser rauschen heran
Unbestimmter Erregtheit.
Pferd wartet um sich dunkle Höfe
Und ein Lied aus Kanal oder Lichtschacht.
Über asphaltenen Zeilen
Kreuzen sich Suchaugen
Ungenau.
Aufschwelen Brauen
In denen Tag nachzittert
Und etwas wie
Erwartung steht auf –
            O
dieser Stunde –
Wo ist
Der sich wühlt unter die kündende Liebe
Eures Tagverhaltenseins,
Brüder Gelegenheitsmenschen?
Ich balle meine Tausendbedürftigkeit vor euch


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