Ulli und Elsi - Joseph Baumann - Страница 1 из 14


Matt ist das Auge, bleich die Wange,
Was mag das sein?
Der Liebe Pein. Haug.
»Das gefällt mir nicht, Mütterchen, daß der
Junge so sonderbar sich verändert hat; vordem war er immer so
heiter und froh, und jetzt schleicht er ja, weiß Gott, umher wie
ein Verrückter. Hast du nicht bemerkt, wie er heute beim
Nachtessen wieder so stumm und bleich hinterm Tische saß und
keine Miene verzog, als der Meisterknecht ihn beim Kinn faßte
und ihn fragte, warum er denn gar so drein schaue, als wenn er auf
einem Kreuzwege gesessen hätte? Gertrud, das ist mir schwer aufs
Herz gefallen; wenn so was wäre – behüt' uns Gott und
die heilige Jungfrau!« So sprach der alte Thomas eines
Abends zu seiner Frau. Er meinte den Ulli, der ihm unter all seinen
fünf Söhnen der liebste war. »Wie kannst du doch
so böse von dem guten Jungen denken?« erwiederte Gertrud.
»Ja Weib, 's hat schon Mancher auf diesem Weg sein zeitlich
und ewig Verderben gefunden! Die Jugend in unsern Tagen ist
leichtfertig und unbesonnen, und der böse Geist, der ihr ohne
Unterlaß nachstellt, versucht sie, wie er eben kann und mag.
Hast du die Geschichte mit dem schwarzen Hund schon wieder vergessen,
der alle Nacht da hinten saß, wo die Straßen sich kreuzen
und mit feurigen Augen den Vorübergehenden nachschaute,
bis der ehrwürdige Vater Augustin ihn erlöste? Nicht umsonst


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