Aus dem Geschlecht der Byge - Band1 - Laurids Bruun - Страница 1 из 242


graue Urzeit zurück. Es ist ein Bauerngeschlecht, aber von jener
alten nordschleswigschen Rasse, die nie Leibeigenschaft und Pacht
gekannt hat. Seit undenkbaren Zeiten lebten sie als Herren auf eigenem
Grund und Boden und gehorchten nur dem eigenen Willen. Es war
Angelnblut, das zuerst in ihren Adern rollte. Es war Angelnblut, das
auf den meilenweiten, flachen Wiesen graste. Aber sowohl das Blut des
Geschlechtes wie das des Viehs wurde im Lauf der Zeiten mit anderem
vermischt. Hanseaten kamen und trieben Handel und wurden auf dem
fetten Boden ansässig. Kriegsleute, die mit fremden
Kriegszügen gekommen waren, ließen sich im Lande nieder,
als die trägen Zeiten des Friedens sie brotlos machten. Sie
verdingten sich auf Höfen, rückten vom Knecht zum
Schwiegersohn auf und vom Schwiegersohn zum Gutsherrn. Zähe,
betriebsame Nordjüten kamen mit Herdenzügen von Pferden und
Ochsen zum Verkauf. Auch sie blieben in dem fetten Weideland. Und es
kamen Inselbewohner mit dünnem Blut und leichtem Sinn, der wie
Wind und Flut wechselte. Da kam die Zeit, wo die Byges zahlreich
und stark wurden und es mit dem Adel und mit feindlichen
Mächten aufnahmen, das Band aber wurde gelöst, das das
Geschlecht an das Meer und die fetten Wiesen geknüpft hatte.
Neue Schößlinge zogen in die Städte, wurden Mitglieder
des Rats, der Gilden und der Zünfte. Am Ende des achtzehnten
Jahrhunderts wohnte in einer der größten Handelsstädte


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