Die freudlose Witwe. Aus van Zantens hinterlassenen Papieren. - Laurids Bruun - Страница 1 из 167


Toko hatte erfahren, daß ich übers große Meer
gekommen sei. Vierzehn Tage nach meiner Ankunft, bevor ich noch daran
gedacht hatte, ihn aufzusuchen, kam er mit seinem Kanu aus Wattiwau,
wo er sich niedergelassen hatte. Ich war bis jetzt weder beim
König noch bei Wahuja gewesen. Das Herz des Königs war
sicher im Begriff, einzuschrumpfen, aber das half nichts; ich
mußte meine Warenkisten erst unter Dach bringen, bevor ich etwas
anderes vornehmen konnte. Sie lagen noch in dem großen
Frachtboot der Kompanie mit Segeltuch zugedeckt; die, die keine Sonne
vertragen konnten, hatte ich an den Strand tragen und ein
Schrägdach darüber errichten lassen. Sechs Mann waren im
Begriff, mir ein Haus und einen Lagerraum zu zimmern, und ich
mußte sie die ganze Zeit beaufsichtigen, damit es ordentlich
gemacht wurde – ach, es war nicht wie in alten Tagen, als mein
ehemaliger Wirt Tongu meine Sachen besorgte. Der Auftrag der
Faktorei lautete, daß ich einen Ort ausfindig machen sollte, wo
die Lagune so tief war, daß das Frachtboot zur Flutzeit ganz bis
zum Strand kommen konnte, damit das kostspielige Anlandtragen der
schweren Kisten oder die Umladung auf See vermieden wurde; wenn irgend
möglich, sollte der Ort zwischen den beiden Städten Wattiwau
und meiner eigenen alten Stadt, der Stadt des Königs, wie sie
genannt wird, liegen. Es war mir geglückt, einen
günstigen Platz vor einer Rinne in der Lagune zu finden, die ganz


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