Oanda - Laurids Bruun - Страница 1 из 307


Hände um die nackten Knie gefaltet und blickte in den
Sonnenaufgang, Vom Meer kamen heiße Windstöße, die
ihre flaumige Wange liebkosten und das glänzende Haar nach
rückwärts strichen. Das Licht wurde so stark, daß
sie den Sommerhut vor die Augen ziehen mußte. Er war neu,
groß und flach; sie war sehr froh darüber, ihre Mutter
hatte ihn aus reinsten Kokosfasern geflochten. Die Lagune war voll
flimmernder Lichtstäubchen, die sich jagten und doch nie
erreichten, weil die kleinen kristallgrünen Schattentäler
dazwischen waren. Sie fühlte ein Stechen an ihren
Füßen; an den Strohsandalen waren von dem dichten
Gebüsch, durch das sie hindurchgebrochen war, um auf die Spitze
des Kalkfelsens zu gelangen, Dornen sitzen geblieben. Sie zupfte sie
heraus und setzte sich dann bequem zurecht, um den Horizont
gründlich abzusuchen. Es zeigte sich nicht ein einziger
dunkler Punkt, der Wilkins Barke vorstellen konnte. Seit einer
ganzen Woche wurde das Schiff nun schon erwartet. Jedes Vierteljahr,
am ersten im Monat, verließ die »Arizona« den Hafen
von Manila, legte in Zamboanga an, wo sie ein oder zwei Tage blieb,
und gebrauchte dann acht Tage, um die Reise nach van Zantens Insel zu
machen. Hier pflegte sie einige Tage zu liegen, bevor sie nach den
Karolinen weiterfuhr. Oanda erinnerte sich nicht, daß das
Schiff jemals mehr als fünf Tage Verspätung gehabt hatte;
damals war es an der Ostküste von Mindanaos vor Anker gegangen,


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