Van Zantens wundersame Reise - Laurids Bruun - Страница 1 из 177


Tage vergingen, nutzlos, der eine wie der andere. Jeden Morgen fragte
ich mich selbst: warum stehst du eigentlich auf? Stundenlang
konnte ich untätig dasitzen, den Kopf in meinen Händen,
durch die Fensterluke über die blaue Lagune stierend, ohne
Gedanken, ohne Willen. Toko blickte mich verstohlen an und
grübelte darüber, was er mit mir anfangen sollte. Er machte
sich hin und wieder einen Weg zur Stadt, um mir Neuigkeiten zu
berichten und seufzte tief, wenn ich ihm nicht antwortete. Ich
nahm meine Büchse, die ich lange nicht in der Hand gehabt hatte,
und schlenderte hinaus. Ich kam an Matofas Haus vorbei und sah
einen Schimmer von seinen Zwillingen, die sich auf dem weißen
Korallensand tummelten. So groß waren sie also schon, daß
sie allein herumlaufen konnten. – Ich erinnerte mich des
Tages, als sie auf den Stein im Wasser hinausgekrochen waren; sie
hatten sich von dem Band, mit dem sie am Fußgelenk festgebunden
waren, befreit. Die Lagune war voll von Booten – der Ausguck
hatte am Morgen den Tatloischwarm gemeldet – alle Boote waren
draußen, um dem Schwarm den Rückweg abzuschneiden, und die
Kinder wollten zu ihren Eltern hinaus. Da sah ich eine Frau vom
Waldsaum her angelaufen kommen, als gälte es das Leben. Im
Fernrohr sah ich, daß es Lea, Talaos unglückliche Tochter
war, die, weil sie kinderlos blieb, eine ›freudlose
Witwe‹Über Lea und ihr Schicksal ist in ›Der


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