Li Tai-pe - Li Bai - Страница 1 из 19


März 1915 Du Fu an Li Tai-pe Man nennt dich
unversiegbaren Tropfenfall
Himmelgleich –
Vor deiner Verse Hall
Zerspellt des Kriegers Speer, zerfällt des Kaisers Reich.
Du bist die Sonne, der wir im Zenit begegnen.
Du bist Gewitter, wenn die Wolke kracht.
Als Tränen läßt du deine Verse niederregnen

Es liest sie der Unsterbliche im Mondschein bei der Nacht,
Lächelt und weint und meint, Er habe sie erdacht. Im
Frühling Wenn Leben innerer Träume Widerschein –
Wozu sich an die blasse Stirne schlagen?
Berauschen will ich mich an allen Tagen
Und schlafe trunken vor den Säulen ein. Die Wimpern
heb ich auf – und bin erwacht.
Ein Vogel singt in blühenden Geweben.
Ich frage ihn, in welcher Zeit wir leben.
Er sagt: da Frühling Vögel singen macht.
Erschüttert bin ich: wenn ich weinen geh.
Ich gieß den Becher voll. Die Lippe trinkt.
Ich singe laut, bis Mond im Blauen blinkt.
Vergesse Mond und Lied und Li Tai-pe. Mond der Kindheit
Als ich ein Kind war, schien der Mond mir rundes Gold,
Das wie ein Spiegel leicht am Rand der Wolken rollt. Drin
zogen Geister groß mit Seidenfahnen,
Zimtbäume ließen Süßigkeiten ahnen,
Der gelbe Hase braute treffliche Getränke,
Der Mann im Mond saß bei ihm in der Schänke, –
Bis einst der Drache Mond und Mann verschlang


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