Paul Becks Gefangennahme - Mathias McDonnell Bodkin - Страница 1 из 220


Übersetzung aus dem Englischen von Berta Pogson  
  Stuttgart 1911.
Verlag von J. Engelhorns Nachf.    
Erstes Kapitel
Ein Antrag »Sagen Sie nicht glattweg
›nein‹, das ist alles, was ich erbitte. Ich bedaure
schon, daß ich davon anfing, es ist reinste Vermessenheit, und
ich weiß nur zu gut, daß ich nicht wert bin, Ihnen die
Schuhriemen zu lösen. Haben Sie Mitleid mit dem armen Kerl, der
den Mund nicht länger halten konnte. Weisen Sie mich nicht ganz
ab, lassen Sie mir ein Fünkchen Hoffnung; daß Sie
›ja‹ sagen, verlange ich ja gar nicht.«
»Sie verlangen nicht, daß ich ›ja‹
sage?« Diese Worte klangen in einem leisen spöttischen
Lachen aus. Der junge Mann, der sich zu einem völlig
unüberlegten Antrag hatte hinreißen lassen, hob nun zum
erstenmal die Augen zu dem Antlitz des jungen Mädchens. Die
Wangen erglühten unter seinem heißen Blick, die zarten,
süßen Lippen zitterten leise, aber in den Tiefen der klaren
braunen Augen lachte neckisch ein Schelm. Eine wilde, tolle
Hoffnung erfaßte sein Herz. »Norma, Norma, ist es
möglich? Willst du mich?« »Sie verlangen ja gar
nicht, daß ich ›ja‹ sage,« noch leiser als
vorher klangen diese Worte. Das war genug, er holte sich die
Antwort von den frischen Lippen, die sich ihm willig boten. Ein
Wonnegefühl von Liebe und Triumph durchrann seine Glieder. Er


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