Aschermittwoch - Otto Julius Bierbaum - Страница 1 из 8


»zur Bethelnuß« gewidmet (Das Schlafzimmer des
Dandy. In der Mitte ein enormes Himmelbett, das von weißen
Mullvorhängen umgeben ist, die mit fallenden grauen Rosen in
Seide bestickt sind. Ebensolche Vorhänge an den hohen Fenstern.
Gegenüber dem Bett eine große Waschtoilette aus grauem
Marmor. Die Wände haben grauseidene Bespannung; der durch das
ganze Zimmer gehende Teppich zeigt hellrote Rosen auf grauem Grunde.
An den Wänden hängen in weißen Lackrahmen
Lithographien von Toulouse-Lautrec. Es ist zwei Uhr nachmittags,
aber im Zimmer herrscht vollkommene Dämmerung.) Der Dandy (im
Traum, hinter den Gardinen des Bettes singend): Bald links herum,
bald rechts herum, doch stets am Liebesba . . a . . nde (Ein
Gespräch wiederholend, mit Nachahmung der Stimmen usw.) Kathi,
die Welt ist eine Bethelnuß. … Was für'n Ding?
… Eine Bethelnuß … Woaß i, was dös is?
… Frag deinen Kunstmaler … A, der Fadian der schlaft ja
scho … Kathi? … Wos is? … Die Welt ist eine
Bethelnuß (Singend): Und der Herr Marquis in Grau
Hat 'ne bli-bla-blonde Frau
Mit gefärbten Haaren;
Ei jawohl, ei jawohl.
Die mal anders waren. (Sprechend): Daran ist kein Zweifel
erlaubt; man sieht's am Ansatz. Aber dennoch: Ich mag nicht jene,
ich will nicht diese.
Ich liebe allein die Frau Marquise. Sekt kann sie trinken wie
ein Fähnderich; sie war nicht umsonst Büfettmamsell.
(Erwacht, gähnt, ruft): Ka–simir. Kasimir (der Kammerdiener


-10     пред. Страница 1 из 8 след.     +10