Horand und Hilde - Rudolf Baumbach - Страница 1 из 90


Nun wollet mit mir lauschen
Uraltem Heldensang.
Bald hört ihr Wellen rauschen,
Bald süssen Saitenklang,
Bald hört ihr Becher klirren
Im weiten Königssaal,
Bald scharfe Klingen schwirren
Von felsenhartem Stahl. Es zog am Himmelsbogen
Empor das Sonnenross,
Und auf des Nordmeers Wogen
Ein rother Schein sich goss;
Der Frühwind kam, der scharfe,
Der leis die See bewegt,
Wie wenn die goldne Harfe
Ein Sänger prüfend schlägt. Bald schmückte
jede Welle
Ein Krönlein silberklar,
Es stieg zur Tageshelle
Herauf der Fische Schaar,
Es regte das Gefieder
Der Ufervögel Brut,
Die Möven stiessen nieder
Und tauchten in die Fluth. Ein Kranz von dunklen Klippen

Sich aus dem Wasser hob,
Und um der Felsen Rippen
Sich grüner Meertang wob.
Dort lagen an dem Strande
Der plumpen Robben viel,
Die trieben in dem Sande
Ihr ungefüges Spiel. Jetzt hoben die geschreckten
Sich halben Leibs empor,
Den kurzen Hals sie reckten
Und wandten scheu das Ohr.
Dann stürzten sie kopfüber
In's Wasser sich vom Riff,
Und rauschend zog vorüber
In voller Fahrt ein Schiff. Sein Rumpf glich einem Drachen,

Der auf dem Wasser schwamm,


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