Der Wingult - Rudolf Georg Binding - Страница 1 из 21


haben die wahrhaft wüste und ungeheuerliche Gestalt des Wingult
erlebt, die im ersten Jahre des großen Krieges erschien und in
einem ungeschlachten Heldentum von kurzer Dauer und kaum erkennbarer
Deutung an den Augen der Menschen vorüberzog. Wie aus urfernen
und urersten Zeiten stammend ging der Wingult seinen Weg. Er glich den
alten sagenhaften Männern und Helden, denen ungeheure
Körperkräfte zur Erfüllung riesenhafter Taten zu Gebote
stehen, und andere Zeiten hätten leicht einen Mythos aus seinem
Tun gemacht, bei welchem er, die Menschen denen er gedient verlassend,
zu den Göttern hinüberging. Als gegen Ende der ersten
großen Kriegsbewegungen die Heere in zwei unendlich langen
Fronten sich aneinander keilten, in Erde und Fels einwühlten und
monatelang um den Besitz eines fußbreiten Fetzens Land oder
eines Hügels statt um die Entscheidung kämpften, kam mit
einem kleinen Trupp von Ersatzmannschaften für eine deutsche
Dragonerschwadron ein auffälliger Kerl in einem
französischen Dorf an, sein Pferd am Zügel führend wie
die andern. Sie waren in gehöriger Entfernung von der Front
ausgeladen worden und hatten einen erheblichen Marsch hinter sich. Der
Rittmeister, der seine Schwadron in dem Dorf untergebracht hatte, trat
bei der Ankunft der neuen Mannschaften aus seinem Gehöft
auf die Dorfstraße. Wie die Leute hießen und wie alt sie
seien. Jeder beantwortete die Fragen. »Wingult« sagte der


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