Wildmoorprinzeß - Sophus Bauditz - Страница 1 из 286


Und fehlt mir das Auge und zittert die Hand:
Ich glaub', ist's vorbei mit dem Weidwerk hier.
So schenkt mir der Herrgott ein beßres Revier. So
sang ein Reiter, der sich in langsamem Schritt einen Hügelzug im
nordöstlichen Jütland hinanbewegte. Auf dem Kopfe trug er
eine alte verschlissene Offiziermütze, die das sonnenverbrannte
Gesicht mit dem grauen Vollbart und den braunen, unter buschigen
Brauen fröhlich in die Welt hineinzwinkernden Augen nur wenig
beschattete. Die graue Joppe stand offen und ließ eine Weste mit
Uniformknöpfen sehen. An den Beinen hatte er lange, kotbespritzte
Wasserstiefel, und über dem Rücken hingen gekreuzt die
Büchse und die Jagdtasche, aus deren Netz die Füße und
Schnäbel von ein paar Wildenten hervorguckten. Die starkknochige
Stute war schweißbedeckt, und der Hühnerhund, der
hinterdrein trottelte – einer von der alten dänischen
Rasse, grau mit großen braunen Flecken –, ließ die
weiße Zunge lang aus dem Maul heraushängen. Es war ein
glühendheißer Julitag. Ja, werd' ich so alt wie das
Moos an der Wand, begann der Reiter von neuem, aber gerade als er auf
dem Kamme des Hügelzugs die vierte Zeile sang, wälzte sich
ihm eine dichte Staubwolke entgegen, und einen Augenblick später
hielt ein offener Landauer – Extrapostbeförderung aus der
nächsten Stadt – neben ihm. In dem Wagen saß ein
jüngerer Mann, eine Karte in der Hand. Er grüßte


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