Die Heimkehr - Thérèse Blanc - Страница 1 из 251


es wohl kaum ein größeres Vergnügen, als ein
tüchtiges Pferd zwischen den Schenkeln, und sattelfest an einem
schönen Sommermorgen die Landstraße dahin zu galoppieren.
Die Sonne schlürft die Wölkchen, die sich noch hie und da
vor das leuchtende Blau des Himmels schieben, langsam ein und
küßt flimmernde Tautröpfchen von den blühenden
Hecken, von den Gräsern im Graben und den weit über den Weg
hängenden Zweigen, aus denen sich schüchterne Vogelstimmchen
hören lassen. In der Ferne hört man in langen
Zwischenräumen das Brüllen der Stiere; kein Laut der
wiedererwachenden Natur verliert sich in dem Vielklang, der die Luft
erfüllt. Eine frische Brise spielt lustig um die Schläfen;
würzige Düfte, die die Nacht aufspeicherte, entsteigen den
frisch gemähten Wiesen. Sie berauschen fast. Diese Trunkenheit
des um dich und in dir heiß pulsierenden Lebens empfindest du
aber als eine Wohlthat. Solch ein Erwachen der Natur verspricht
einen köstlichen Tag! Keine seiner Stunden scheint etwas anderes
als Fröhlichkeit bringen zu können. Da weitet sich auch das
Herz, das keine Freude mehr kannte, und jubelt unbewußt auf, wie
ein Schulknabe, der am Morgen eines Ferientages vorzeitig den Schlaf
abschüttelt. Um so mehr unser Reitersmann, Etienne Loysel, der
gegen die Freuden dieser Welt keineswegs abgestumpft war. Wie in der
ihn umgebenden Natur zog ein Überfluß junger Kraft durch
seine Adern, und Jugend strahlte aus seinem männlichen, von Luft


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