Der Harz - Wilhelm Blumenhagen - Страница 1 из 378


  Auf den Bergen wohnt die Freiheit;

Auf den Bergen thront das Licht!
Menschenbrust wird leichter droben,
Was sie drückte, fühlt sie nicht.
Hin drum zu den blauen Höhen,
Wo die frischen Lüfte wehen;
Fern die Erdmisere da
Und der Sternenhimmel nah! –  
Einleitung Niemand vermag die Erfahrung
abzuleugnen, daß in den meisten Menschen eine wunderbare,
unauslöschliche Sehnsucht nach den Höhen und Bergen wohnt
und um Erfüllung ringt. Schon der Knabe blickt mit Verlangen aus
den Ebenen der Heimat nach den blauen, grotesk gestalteten Massen, die
seinen Horizont begrenzen, und es scheint ihm gewiß, daß
sie etwas Geheimes und Großartiges verbergen müssen. Des
Jünglings Phantasie strebt hinauf und darüber hinweg; sie
sind ihm die kolossalen Pfeilertore eines fremden Reichs, und eine
andere, buntere Welt muß dahinter liegen. Der Wohlhabende
– sucht er ein Asyl für sein Alter, in dem er behaglich
genießen möchte, was sein Fleiß erwarb, wo er
auszuruhen trachtet von den Mühseligkeiten der Kampftage und der
schweren Pilgerfahrt, die nur wenigen Auserwählten fehlen –
baut sich sein Landhaus am Bergesrand oder auf bewaldeter Höhe;
der von Sorgen gedrückte Geschäftsmann, der im
Bücherstaub keuchende Gelehrte, der bemitleidenswerte Zahlenmaler


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