Der Schreihals - Wilhelm Busch - Страница 1 из 1


Nachtzeug an,
daß ich die Flasche wärmen kann. Die Mutter geht,
und eh sie scheidet,
wird Willi schon des Hemds entkleidet. Die Wäscherei
gefällt ihm nicht,
vor allen Dingen im Gesicht. Doch schreit er nicht und
hält ganz still
und läßt sich pudern, wo man will. Kaum aber
schnüret man ihn ein,
so fängt er auch schon an zu schrein. Habäh! so
tönt sein Wehgeschrei
und lockt den Vater selbst herbei. Hier, halt ihn eben mal,
Papa!
ich geh und rufe die Mama. Der Vater trommelt an den
Scheiben,
um Willis Trauer zu vertreiben. Er läßt ihn in
den Spiegel schaun –
der Willi schreit, bis daß er braun. Horch, Willi,
horch, die Ticktakuhr! –
der Willi schreit noch ärger nur. Susu, mein Herz!
Schlaf ein, schlaf ein! –
er fängt noch lauter an zu schrein. Mit List zeigt er
die Zipfelhauben –
umsonst! Der Willi will's nicht glauben. Jetzt macht er
einen Butzemann –
O weh! Nun geht's noch schlimmer an. Die Mutter öffnet
grad die Tür:
»Mein Herz! Was machen sie mit dir?!« Die Mutter
macht ein ernst Gesicht:
»Ja, was ist das? – Auch dieses nicht?!«
– Grad kommt die Tante auf Visite
und ruft erschreckt: »Du meine Güte!!« –
Voll Weisheit öffnet sie den Bund. –
Da haben wir's! – Das war der Grund! – Und
Willi, der vom Schmerz befreit,


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