Gedichtsammlung - Wilhelm Busch - Страница 1 из 33


– den Bauer Bolte,
Der ihn zur Mühle bringen wollte,
Um auszuruhn mal hingestellt
Dicht an ein reifes Ährenfeld, –
Legt sich in würdevolle Falten
Und fängt 'ne Rede an zu halten.
Ich, sprach er, bin der volle Sack.
Ihr Ähren seid nur dünnes Pack.
Ich bin's, der Euch auf dieser Welt
In Ewigkeit zusammenhält.
Ich bin's, der hoch vonnöten ist,
Daß Euch das Federvieh nicht frißt,
Ich, dessen hohe Fassungskraft
Euch schließlich in die Mühle schafft.
Verneigt Euch tief, denn ich bin Der!
Was wäret ihr, wenn ich nicht wär? Sanft rauschen
die Ähren:
Du wärst ein leerer Schlauch,
wenn wir nicht wären. (1784) Wilhelm
Busch Chor der Kahlköpfe  
      Wir armen Kahlköpfe sind gar nicht
so dumm,
Wir haben kein Haar mehr und wissen warum.
Viel garstige Stunden im wandelnden Jahr,
Die warfen uns borstige Kletten ins Haar. Wir
zupften und rupften mit Weh und mit Ach,
Wir zogen die Kletten, die Locke kam nach.
Ja, garstige Stunden, die rupften uns sehr,
Doch nahmen die guten uns leider noch mehr. Die
heimlichen, süßen, die, rosenbekränzt,
Bacchantisch den schäumenden Becher kredenzt;
Die haben, hingaukelnd ums trunkene Haupt,
Uns schmeichelnd und schelmisch die Locken geraubt.


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