Mein lieber Bassermann! - Wilhelm Busch - Страница 1 из 2


Bassermann Mein lieber Bassermann! Wiedensahl d. 16. Juni 72
Schön, daß die Helene so emsig umworben wird! – Was
Rezensionen anbelangt, so muß ich Dir wiederholentlich bekennen
daß derartige Sachen nicht rezensirt sein sollen und wollen. Sie
sind bislang nicht dadurch gefördert, weder künstlerisch
noch buchhändlerisch, und werden auch künftighin nicht
dadurch gefördert werden. Guter Humor und guter Vertrieb, die
tun's. Dann soll man sie eben nehmen, wie man auf der Reise etwa einen
Bittern nimmt. Bei Zunftbüchern ist es was Anderes. –
Gut scheint es mir, das Du dem Pferdchen etwas den Zügel
schieße, lassen willst. Das schöne Wort; gegen baar ist wie
ein Schuh, den der Schuster nach seinem eigenen Fuß gemacht
– es kann schlumpen, daß er auch andern Leuten paßt;
wie unangenehm für's Geschäft das Gegenteil, davon
weiß Freund Richter, ledernen Angedenkens, ein
tränenreiches Lied zu pfeifen. Die Zahl 22½ ist eine
wunderliche Zahl, eher gefällt mir die 20. –
Jedenfalls mußt Du auch dafür sorgen, daß Helene die
Bäder besucht (die Saison ist nahe) und daß sie auf den
Bahnhöfen sich orientieren lernt (Sch. hat vom h. Antonius
auf dem Straßburger und Kölner über
2 000 Exempl. abgesetzt), das wird dem guten Kinde
gesünder und förderlicher sein, als hundert Rezensionen. Ich
fürchte, ich fürchte nur: Adelmann, die fette Schnecke, wird
wieder drucksen statt zu drucken, und wenn's dann Brei regnet, so


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