Zu guter Letzt - Wilhelm Busch - Страница 1 из 58


Abendzug
Kam erst um halber zehn.
Wer zeitig geht, der handelt klug,
Er kann gemütlich gehn. Der Frühling war so warm
und mild,
Ich ging wie neubelebt,
Zumal ein wertes Frauenbild
Mir vor der Seele schwebt. Daß ich sie heut noch
sehen soll,
Daß sie gewiß noch wach,
Davon ist mir das Herz so voll,
Ich steh' und denke nach. Ein Häslein, das
vorüberstiebt,
Ermahnt' ich: »Laß dir Zeit!
Ein guter Mensch, der glücklich liebt,
Tut keinem was zuleid.« Von ferne aus dem
Wiesenteich
Erklang der Frösche Chor,
Und überm Walde stieg zugleich
Der goldne Mond empor. »Da bist du ja, ich
grüße dich,
Du traulicher Kumpan.
Bedächtig wandelst du wie ich
Dahin auf deiner Bahn.« Dies lenkte meinen
Denkersinn
Auf den Geschäftsverlauf;
Ich überschlug mir den Gewinn.
Das hielt mich etwas auf. Doch horch, da ist die
Nachtigall,
Sie flötet wunderschön.
Ich flöte selbst mit sanftem Schall
Und bleib ein wenig stehn. Und flötend kam ich zur
Station,
Wie das bei mir Gebrauch.
O weh, was ist das für ein Ton?
Der Zug, der flötet auch. Dort saust er hin. Ich stand
versteint.
Dann sah ich nach der Uhr
Wie jeder, der zu spät erscheint.
So will es die Natur. Wilhelm Busch Oben und unten


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