Fabeln und Parabeln - Abraham a Sancta Clara - Страница 1 из 75


einer Wahl, daß die mersten mit ihren Stimmen auf denjenigen
zielen, der ein guter Mann ist, der das Krumme grad sein
läßt . . .: ein lammfrommer Columbus, der
keine Gall hat, ein Kalender, worin kein trübes Wetter, ein
Garten, wo keine Brennessel. Es ist ihm wie jenem Bauern, der eine gar
schöne junge Tochter gehabt, daß sich sogar ein Löw
darein verliebte und selbige zu heuraten begehrte. Der Bauer erschrak
nit wenig ob solchem Anbringen und getraute sich nit, diesem so
erschröcklichen Tier, vor dem alle andern erzittern, eine
abschlägige Antwort zu geben, verspricht demnach besagtem
Löwen die Tochter, jedoch mit dem Beding, daß er sich lasse
die Zähn ausbrechen und die Klauen abzwicken, damit die Tochter
nit erschrecke. Wie nun der verliebte Löw allem diesem
nachgekommen und sich alsdann beim Bauren eingefunden, da hat dieser
den geschwächten und waffenlosen Löwen mit Prügeln also
empfangen, daß ihm alle Gedanken zu heuraten gänzlich
verschwunden. Manchmal erwählt man einen nur darum, weil er
ganz gut ist, weil er keinem weiß die Zahn zu zeigen, weil er
laßt mit sich umgehn, wie man will, kein »Ernst«,
sondern ein lautrer »Lamm-bert«; darum kommt er zum Brett,
weil er keinen weiß abzuhobeln und abzuschmieren. Satyr
und Wandrer Zur kalten Winterszeit, da die Bäumer gleich den
alten Männern einen weißen Schopf tragen, da die vorhin
silbern strömenden Bächerl in einem kühlen Arrest


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