Fabeln - Abraham a Sancta Clara - Страница 1 из 4


und der stürmische Wind haben auf eine Zeit miteinander gewettet,
wer stärker unter allen beiden sei. Nachdem sie einander die Hand
darauf gegeben, so mußte die Prob' geschehen an einem
Wandergesellen, welcher mit seinem Bündel oder Ranzen in die
Fremde gereist. Welcher diesem seinen Mantel samt den Kleidern werde
abziehen, der sollte gewonnen haben. Der Wind, welcher ohnedas ein
stolzer und aufgeblasener Gesell, macht den Anfang und fangt mit
solcher Gewalt zu blasen und rasen an, daß bei einem Haar dem
armen Handwerksbürschel der Hut wäre vom Kopf geflogen. Wie
aber der gute Mensch solches vermerkt, da hat er dergestalten den Hut
an den Kopf gedruckt, daß auch ein Binder oder Küfer den
Reif an das Faß nicht besser zwingen könnte. Desgleichen
hat er sich auch dermaßen in den Mantel eingewickelt, daß
auch ein Zigeunerweib ihr Kind nit besser könnte
einfätschen: Ja zu mehrer Sicherheit hat er sich an einen
großen Eichbaum gelehnt, alldort so lang zu verharren, bis der
tobende Wind den Kehraus pfeife. Wie solches der Wind wahrgenommen, da
hat er alsobald an dem Sieg verzweifelt. Hierauf hat die Sonn' ihre
Kräften angespannt und dem reisenden Wandergesellen, so sich
allbereits wieder auf den Weg gemacht, angefangen auf den Buckel zu
stechen und nach und nach denselben mit den hitzigen Strahlen zu
quälen, daß er den Mantel ernstlich abgelegt, nachgehends
das Wams und, wie er zu einem Bach gekommen, gar alle Kleider


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