Gedichte - Adelbert von Chamisso - Страница 1 из 502


    Leipzig, Leipzig! arger
Boden,
    Schmach für Unbill schafftest du.
Freiheit! hieß es, vorwärts, vorwärts!
    Trankst mein rotes Blut, wozu?
Freiheit! rief ich, vorwärts, vorwärts!
    Was ein Thor nicht alles glaubt!
Und von schwerem Säbelstreiche
    Ward gespalten mir das Haupt. Und ich
lag, und abwärts wälzte
    Unheilschwanger sich die Schlacht,
Über mich und über Leichen
    Sank die kalte, finst're Nacht.
Aufgewacht zu grausen Schmerzen,
    Brennt die Wunde mehr und mehr;
Und ich liege hier gebunden,
    Grimm'ge Wächter um mich her.
Schrei' ich wütend noch nach Freiheit,
    Nach dem bluterkauften Glück,
Peitscht der Wächter mit der Peitsche
    Mich in schnöde Ruh' zurück.
Adelbert von Chamisso Vier Lieder von
Béranger. 1.
Die Kartenlegerin.      
  Schlief die Mutter endlich ein
    Über ihre Hauspostille?
    Nadel, liege du nun stille:
    Nähen, immer nähen, – nein!
    Legen will ich mir die Karten.
    Ei, was hab' ich zu erwarten?
    Ei, was wird das Ende sein!


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