Prosatexte - Adelbert von Chamisso - Страница 1 из 118


Peter Schlemihls wundersame Geschichte
An Julius Eduard Hitzig von Adelbert von Chamisso
Peter Schlemihls wundersame Geschichte
Memoire über die Ereignisse bei der Kapitulation von
Hameln
Über Zensur und Preßfreiheit
Gedichte von Ferdinand Freiligrath
Adelberts Fabel 1806 Adelbert merkte, als er erwachte, er
müsse lange geschlafen haben; er rieb sich die Augen, die sich
nicht recht dem Lichte öffnen wollten, und den Kopf, der ihm ganz
wüste war; er besann sich endlich doch der Absicht, die er gehabt
hatte: auf die weite, mühselige Wanderung auszugehen, um die Welt
zu erschauen, sich selbst in ihr, sodann nachzudenken und zu
begreifen, falls er's vermöchte; denn diese Dinge reizten ihn. Er
sah den weißen Wanderstab neben sich liegen, wollte den
ergreifen, sich aufraffen und unverdrossen weiterziehen; aber der
Winter war angebrochen, und es war kalt; es hatte gefroren
während seines Schlafes, und so fand er, daß sein Stab und
seine Kleider und er selbst fest angefroren waren an dem Boden, so
daß er sich nicht zu regen vermochte; die Hände nur, die
auf seiner Brust geruht hatten, waren ihm frei geblieben. Durch die
Zweige des Baumes, unter dem er lag, die nackt waren und ihres
grünen Schmuckes beraubt, ging ein düsterer Nebelwind,
daß sie unholden Klanges aneinander rauschten; – es ist
doch seltsam, dachte Adelbert, und er schlummerte wieder ein.


-10     пред. Страница 1 из 118 след.     +10