Prinzessin auf der Erbse - Anna Croissant-Rust - Страница 1 из 36


sie ein, daß sie eine wirkliche Prinzessin war, weil sie durch
die zwanzig Matratzen und die zwanzig Eiderdunenbetten hindurch die
Erbse verspürt hatte. So empfindlich konnte niemand sein, als
eine wirkliche Prinzessin. Da nahm der Prinz sie zur Frau, denn
nun wußte er, daß er eine wirkliche Prinzessin besitze,
und die Erbse kam auf die Kunstkammer, wo sie noch zu sehen ist, wenn
niemand sie gestohlen hat. Sieh, das ist eine wahre
Geschichte.«– – »Aber du hörst ja
nicht zu, du!« »Ja, – ja freilich Ernst, ich
hab' alles gehört.« »Nein, du hast geschlafen,
thatsächlich geschlafen.« »Unsinn, ich war ganz
wach, ich hockte nur so, weil –« »Ah, bah Blech!
Ich hab's g'rad gesehen. Dann sag' mir nur gleich, um was es sich
gehandelt hat.« »Um das Märchen halt von
der, die im Regen vor dem Stadtthor stand und sagte, sie sei eine
Prinzessin.« »Und? –«
»Was?« »Was noch? – Weiter, weiter!«
»Herein wollte sie halt und wollte ein Bett, weil sie's fror
und – und –« »Ja das ist der Anfang, da
hattest du deine Augen noch offen, ich weiß es ganz genau. Aber
jetzt kannst du sicher nicht weiter, du Erzschwindlerin.«
»Jawohl kann ich, ja wohl! Du läßt einen ja gar nicht
ausreden, nicht besinnen –« »Also ich werde mich
ganz stumm verhalten, wie ein Karthäuser.« »Ach
nein, du, das kannst du nicht, nein nein! Und was ist das ein


-10     пред. Страница 1 из 36 след.     +10