Das Gastmahl - Carl Wilhelm Salice Contessa - Страница 1 из 33


anmutigen Tale, nicht weit von dem Fuß eines hohen Gebirges,
findet sich ein ansehnliches Freigut, gewöhnlich der Waldhof
zugenannt, weil es einsam und abgesondert an dem Saume eines
mächtigen Waldes liegt, der von dem Gebirge herabkommt und zu
beiden Seiten des Tales eine gute Strecke hinläuft, als wollt' er
es mit den grünen Armen liebreich umfangen. Dieser Waldhof
gehörte vor nicht gar langer Zeit einem wackern Manne namens
Arnold. Der lebte hier mit seinem Weibe und einem Häuflein guter,
frommer Kinder schon manches Jahr. Alles gedieh und blühte unter
seinen Händen und willig hätte man fast diesen Erdenwinkel
für ein wohlbewahrtes Stück des verlorengegangenen
Paradieses gehalten. Auch trug Arnold keinen höhern Wunsch in
seinem Gemüte, als daß alles nur immerfort also Bestand
haben möchte. Doch das war im Himmel anders beschlossen. Der
Krieg kam ins Land. Da ging's dem armen Arnold gar übel. Seine
Felder wurden verwüstet, seine Herden mit fortgeschleppt, sein
Haus ward geplündert. – Zwar gedieh es bald darauf wieder
zum Frieden und Arnold dachte: was sein soll, das schickt sich wohl!
– Lieh sich eine bedeutende Summe auf sein Gut und ersetzte das
Verlorne, so gut es gehn wollte; allein der Sonnenblick war nur von
kurzer Dauer. Der Krieg schlug von neuem los, von neuem kam Arnold um
all das Seinige und war nun, bis auf ein weniges, das er geborgen, ein
ganz armer Mann. – Sein harter Gläubiger, dem er keine


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