Die Schatzgräber - Carl Wilhelm Salice Contessa - Страница 1 из 64


Erzählung 1 An den Herrn Kammergerichtsrat Hoffmann in Berlin
(Verfasser der "Fantasiestücke in Callots Manier" etc.)
Verehrter Freund! Ich habe Ihrem Treiben lange, wenn auch nicht
immer freundlich, doch schweigend zugesehen; ich habe sogar Ihnen zu
Liebe Ihre Fantasiestücke gelesen – das Märchen vom
goldnen Topf ausgenommen, was Sie mir nicht verübeln werden. Als
ein Bekannter mir von dem Archivarius erzählte, der zugleich ein
Salamander sein sollte, da bin ich, nach Aussage des Bekannten, und
zum Schrecken desselben, ganz leichenblaß geworden und habe auf
der Stelle beschlossen, diese Historie nicht zu lesen, und zwar in der
Tat nicht bloß um meinetwillen, sondern auch um Ihrentwillen,
denn ich mochte Sie als einen Freund, den ich sonst sehr
wertschätze, hier nicht auf einem solchen fahlen Pferde ertappen.
– Ich habe mir auch in diesen Fantasiestücken sonst viele
wunderliche Dinge gefallen lassen, wie z. B. den Ritter Gluck, mit dem
Sie unter den Zelten in Berlin gesessen haben wollen, obgleich die
ganze Welt weiß, daß dieser Mann bereits Anno 1787 den 15.
November in Wien verstorben ist; denn hier, merkte ich wohl, lag eine
satirische Absicht versteckt, also gewissermaßen ein praktischer
Zweck und Nutzen, wobei man sich folglich doch etwas denken konnte;
allein jetzt halt' ich's nicht länger aus und kann nicht
länger schweigen! Sie treiben es zu toll! Da fällt mir
gestern abends zufälligerweise ein kleines Buch in die


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