Toulets Heirat - Charles Théodore Henri de Coster - Страница 1 из 57


zählte vierzig Jahre. Er war ein kräftiger Mann, nicht in
der Blüte, aber in der vollen Reife der Jahre. Sein breites
Gesicht hatte frische Farben und feste Züge; seine großen
Augen hatten einen freien, gutmütigen Blick; darüber zogen
sich dichte Brauen; sein breiter Mund hatte ein feines Lächeln.
Die Frauen liebten ihn wegen seiner Kraft, seiner Gesundheit, seiner
guten Laune und seines großen Wohlstandes. Er war Gastwirt und
hatte einen Ausschank von Branntwein, den man so schön
»Lebenswasser« nennt, wie die Griechen ihre Parzen als
»Eumeniden«, das heißt »Wohlgesinnte«,
bezeichneten. Toulet war ganz Gutmütigkeit und Kraft, daher
schwer zu erzürnen. Packte ihn aber der Zorn, so tat man gut, das
Weite zu suchen. Einmal warf er zwei freche Wandrer hintereinander aus
den Fenstern im Erdgeschoß seines Gasthofs. Seitdem ward er von
Adligen wie Bürgerlichen geachtet. Toulet war rechtlich,
nachsichtig gegen jedermann und treu wie ungemünztes Gold. Sein
Gasthof, viel besucht von Jägern und Fuhrleuten, stand rechts
abseits von der Straße, auf der die Pilger von Sankt Hubertus
noch heute nach Andenne ziehen. Gegenüber ragten die Felsen, auf
denen die drei Kanonen stehen, die mit lautem Schall ihr Willkommen
rufen. Die Lage war schön. Gegenüber die Poesie der Berge
mit ihrem üppigen Baumwuchs, saftstrotzend im März,
lichtgrün im Lenz, mit reichem, buntem Laubschmuck im Sommer und
Herbst, grau und schwarz gesprenkelt im Winter und hier und da


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