Der Deutsche Lausbub in Amerika - Band 1 - Erwin Carlé - Страница 1 из 281


Erinnerungen und Eindrücke von Erwin Rosen 1911
Das Amerika der Leichtsinnigen. Wenn Bruder
Leichtfuß gar zu arg gehaust hat, und geplagte Familiengeduld
reißt, so verfällt man in deutschen Landen häufig auf
den bewunderungswürdig energischen und einfachen Ausweg: das
schwarze Schaf der Familie nach Amerika zu schicken; nach den
Vereinigten Staaten, in denen es so schöne Gelegenheiten zu
segensreicher Arbeit gibt, und die so hübsch weit weg sind,
daß eine respektable Entfernung die arme Familie schützt.
Jeder Hapagdampfer, jedes Lloydzwischendeck trägt
alljährlich Hunderte dieser Art von Menschenkindern über das
große Wasser, deren Sündenregister von fast monotoner
Gleichförmigkeit ist: Leichtsinnsstreiche und Schulden! *
Das schwarze Schaf ist im Yankeeland. Und nun fängt der Humor an;
ein grimmiger Humor voll grotesken Lachens und bitteren Weinens; eine
moralische Komödie mit den schönsten tragischen
Möglichkeiten. Das neue Land nimmt Bruder Leichtfuß –
den verdorbenen Gymnasiasten, den leichtsinnigen Studenten, den
verschuldeten jungen Leutnant oder was er sonst gewesen sein mag
– liebevoll in seine Arme, verschluckt mit unbeschreiblicher
Schnelligkeit die goldenen Pfennige der Heimat und spielt dann
Fangball mit ihm. Hop – auf und nieder. Hop – arbeiten
oder hungern. Hop – ihm die Nase auf den Boden gedrückt,
wie man 's mit einem Kätzchen macht. Hop – ihn zu Boden


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