Ein hilfreiches Gewitter - Giacomo Casanova - Страница 1 из 4


Himmelfahrtstag machten wir alle der Signora Bergalli, die bei allen
italienischen Dichtern berühmt war, einen Besuch. Als wir nach
Pasiano zurückfahren mußten, wollte die hübsche
Pächtersfrau in den viersitzigen Wagen steigen, in dem schon ihr
Gatte mit ihrer Schwester Platz genommen hatte, während ich ganz
allein in einer zweirädrigen Kalesche saß. Ich beschwerte
mich vernehmlich über dieses Mißtrauen; die Gesellschaft
hielt ihr vor, sie dürfe mir diesen Schimpf nicht antun.
Daraufhin kam sie zu mir, und da ich dem Kutscher gesagt hatte, ich
wolle auf dem kürzesten Weg fahren, trennte er sich von allen
anderen Wagen und schlug den Weg durch den Wald von Cecchini ein.
Der Himmel war klar, aber in weniger als einer halben Stunde zog eines
jener typischen italienischen Gewitter auf, die eine halbe Stunde
dauern, anscheinend Himmel und Erde erschüttern und dann spurlos
verschwinden; der Himmel ist wieder klar, und die Luft hat sich
abgekühlt, so daß sie gewöhnlich mehr Nutzen als
Schaden bringen. »Ach, mein Gott!« sagte die
Pächtersfrau. »Wir kommen in ein Gewitter.«
»Ja, und obwohl die Kalesche ein Dach hat, wird der Regen leider
Ihr Kleid verderben.« »Was kümmert mich das
Kleid? Ich habe Angst vor dem Donner.« »Verstopfen Sie
sich die Ohren.« »Und der Blitz?«
»Kutscher, wir wollen uns irgendwo unterstellen.«
»Häuser gibt es erst eine halbe Stunde von hier«,


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