Ein Pfeil vom Himmel - Gilbert Keith Chesterton - Страница 1 из 175


»Ja,« sagte Pater Brown, »ich habe Hunde sehr gern
– aber nur außerhalb des Gotteshauses.« Gewandte
Sprecher sind nicht immer gewandte Zuhörer. Gerade die
geistreichen Leute erweisen sich bisweilen als begriffsstutzig. Pater
Browns Freund und Besucher war ein junger Mann namens Fiennes, ein
Enthusiast mit temperamentvollen blauen Augen; sein blondes Haar
machte den Eindruck, als sei es nicht mit der Haarbürste, sondern
vom Gegenwind des Lebens, das er durchraste, zurückgestrichen. Er
unterbrach seinen Redestrom von Ideen und Geschichten und schwieg
einen Augenblick verdutzt, bis er die sehr einfachen Worte des
Priesters verstand. »Sie meinen, solange man sie nicht
anbetet?« sagte er. »Ja, aber ich weiß nicht –
es sind doch wunderbare Geschöpfe. Manchmal habe ich die
Empfindung, daß sie bedeutend mehr wissen als unsereiner.«
Pater Brown erwiderte nichts. Er streichelte weiter halb
unbewußt dem großen Schäferhund den Kopf, was dem
Tier offenbar wohltat. »Zufällig«, setzte
Fiennes mit steigender Wärme seinen Monolog fort, »spielt
auch in der Sache, in der ich mir heute bei Ihnen Rat holen
möchte, ein Hund eine gewisse Rolle. Ich meine den Fall des
»Unsichtbaren Mörders«, wie man ihn nennt. Die
Geschichte ist gewiß sonderbar, am allersonderbarsten aber kommt
mir der Hund vor. Natürlich bleibt auch das Verbrechen an sich
höchst merkwürdig; wie konnte der alte Druce von einem


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