Menschenskind - Gilbert Keith Chesterton - Страница 1 из 265


Sturmwind Haus Leuchtfeuer heimsuchte Hoch aus den Lüften im
Westen kam ein Wind daher, der wie eine Woge maßlosen
Glückes ostwärts durch ganz England raste und einen
kühlen Waldesduft und den kalten Rausch des Meeres
hinterließ. In Millionen Winkel und Ecken drang er hinein und
erfrischte wie ein kalter Trunk und überraschte wie ein Schlag.
In den verstecktesten Gemächern verborgener, winkeliger
Häuser rüttelte er, wie eine häusliche Explosion, alles
auf; er wehte die Papiere irgendeines Professors auf die Erde und
wirbelte sie umher, bis sie, weil sie davonflogen, kostbar erschienen,
oder er blies eine Kerze aus, bei deren Schein ein Knabe die
»Schatzinsel« las, und hüllte ihn in tosende
Dunkelheit. Überall brachte er Bewegung in unbewegte
Menschenleben, gleich einem Sieger, der die Welt verwandelt. In einem
armseligen Hinterhof hatte so manche besorgte Mutter fünf
zwerghafte, auf einer Waschleine hängende Hemdchen betrachtet,
die wie eine kümmerliche kleine Tragödie aussahen, als ob
sie ihre fünf Kinder erhängt hätte. Da kam der Wind,
und sofort waren die Hemdchen feist und strampelnd, als ob fünf
dicke Kobolde in sie hineingesprungen wären, und in dem
bedrückten Unterbewußtsein der Mutter stieg eine dunkle
Erinnerung an jene naiven Lustspiele ihrer Vorfahren auf, als die
Elfen noch unter den Menschen weilten. So manches unbeachtete
Mädchen hatte sich in einem feuchten, von Mauern eingeschlossenen


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