Verteidigung des Unsinns, der Demut, des Schundromans und anderer mißachteter Dinge - Gilbert Keith Chesterton - Страница 1 из 106


Demut, des Schundromans und anderer mißachteter Dinge 1917
Einleitung In endlosen,
hügligen Gegenden – Gegenden gleich großen,
schwindlig gewordenen Flächen, gleich Zangen, die der Idee,
daß es überhaupt etwas wie Ebene gibt, zu widersprechen
scheinen und uns allen vergegenwärtigen, daß wir auf einem
Planeten mit abschüssigem Dach leben – trifft man von Zeit
zu Zeit ganze Täler voll loser Felsen und Steinblöcke, so
gewaltig, als wären es losgebrochene Berge. Das Ganze könnte
ein mißglückter und aufgegebener Schöpfungsversuch
sein. Oft hält es schwer, zu glauben, daß ein solcher
kosmischer Auswurf anders als durch menschliche Mittel zustande
gekommen sein kann. Die zahmste und beliebteste Vorstellung
erfaßt die Gegend als Schauplatz irgendwelcher
Gigantenkämpfe. Für mich ist sie mit einer Idee verbunden,
die immer wiederkehrt und sich schließlich ganz instinktiv
einstellt. Die Szene war der Schauplatz irgendeiner vorgeschichtlichen
Prophetensteinigung, eines Propheten, der so viel riesenhafter war
als die Propheten nach ihm, wie die Steinblöcke riesenhafter sind
als Kiesel. Er redete einige Worte – Worte, die schändlich
und fürchterlich schienen – und vor Schreck begrub ihn die
Welt unter einer Wildnis von Steinen. Die Gegend ist das Denkmal einer
uralten Furcht. Wenn wir dieser phantastischen Laune nachgeben
wollten, würde es schwerer halten, sich vorzustellen, durch


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