Verschiedene Gedichte, u. A. aus: Juvenilia und Levia Gravia - Giosuè Carducci - Страница 1 из 65


wilden Geißelschlägen
Enttäuschung mich auf jedem meiner Schritte,
Daß ich, ermüdet von den harten Wegen,
Mir schon das Grab als letztes Ziel erbitte. Gesenkten Auges
wandl ich in der Mitte
Von Huld und Schönheit und im Blütensegen
Des Lebens, fast als strebten schon die Schritte
Dem unerfreulich letzten Haus entgegen. Da hemmt ein Antlitz
plötzlich mit den Zügen
Der Hoffnung und des Schmerzes mich, es schaut
Mich traurig an und schweigt. Ein harter Strauß Tobt
zwischen Zorn und Liebe wild und laut
Im Busen mir, die Liebe fühl ich siegen,
Und unter Seufzern bebend ruh ich aus. Du tiefe stille
ungeheure Nacht,
Sichtbarer Schlummer der erschaffnen Welten,
Auf Felsen ruhend, die der Blitz zerkracht,
Wie auf der Flur, der treu mit Korn bestellten; Ihr Schatten,
die manch keusches Licht bewacht,
Am weiten Himmelsdom, dem sternerhellten,
Ihr Lichtgestalten, die in stiller Pracht,
Bei unbekanntem Los, sich dort gesellten, Und du, o Mond, der
seinen Silberstrahl,
Den klaren kalten, läßt herniedersteigen
Zu Frohen und Betrübten, sonder Wahl: Was soll dies dunkle
Graun? Der Lebensreigen
Des armen Menschenvolks und seiner Qual?
Fühllose Stille – du verharrst in Schweigen.
Mein Schiff fährt einsam unter Klagetönen


-10     пред. Страница 1 из 65 след.     +10