Die Kanopen - H[ugo] de Clercq - Страница 1 из 38


Französischen übersetzt von
Maria Döring
I. Nicht sehr weit von Paris und ziemlich nahe bei
Etampes liegt das Dörfchen Bourceville – ganz im Wald
versteckt, so daß die bösen Pariser es noch nicht ausfindig
gemacht haben. Und das ist gut für seine Kirche, die einer
Scheune ziemlich ähnlich sieht und sicherlich ihre Spottlust
reizen würde; aber es ist schade für La Herse (die Egge),
denn dies alte Schloß entbehrt nun auch ihrer Bewunderung. Es
stammt noch aus dem Mittelalter; das sieht man an den hohen Mauern mit
gotischen Bogen und dem niedrigen Thor, das von zwei massigen dicken
Türmen flankiert wird. Alles ist von breiten Gräben umgeben,
und für manchen Raritätenfreund und Altertumsforscher
würde es ein rechter Fund sein, über den er sich verwundern,
und an dem er lange herumstudieren könnte. Im Hofe steht ein
moderner Bau, Schloß oder Villa, wie man's nehmen will, der ganz
stattlich aussieht. Er paßt zwar nicht recht zu dem alten
Kastell, aber sein Stil ist so einfach, daß man mit dem jetzigen
Besitzer nicht darüber rechten mag. Hier wohnt Madame
Varley mit ihrer Tochter Johanna beinah das ganze Jahr unter Bildern,
Stickereien und Kunstsachen aller Art, und es macht ihnen
Vergnügen, sie in reizender Unordnung immer wieder neu zu stellen
und zu gruppieren. Madame Varley ist eine gescheite Frau mit
gutem Geschmack. Sie stammt aus einer angesehenen Bürgerfamilie


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