Der letzte Mohikaner - James Fenimore Cooper - Страница 1 из 155


Kolonien Nordamerikas geführt wurden, daß zuvor große
Mühen und Gefahren der Wildnis zu überwinden waren, ehe sich
die feindlichen Heere begegnen konnten. Ein breiter Streifen
undurchdringlicher Wälder trennte damals die Besitzungen der
feindlichen Provinzen Frankreichs und Englands. Der kühne
Pflanzer und der geübte Europäer kämpften oft
monatelang mit reißenden Strömen und mußten rauhe
Gebirgspässe gangbar machen, ehe sie dann ihren Mut im
kriegerischen Kampf zu zeigen vermochten. Zusammen mit den
eingeborenen Kriegern lernten sie diese Schwierigkeiten
überwinden. Am grausamsten tobten die barbarischen Kriege zu
jener Zeit in dem Land, das zwischen den Quellen des Hudsons und den
anstoßenden Seen liegt. Schon drei Jahre führten
England und Frankreich einen erbitterten Kampf um jenen Landstrich,
der keinem von ihnen später gehören sollte. Die
Unfähigkeit der Heerführer und die mangelnde Energie der
Staatsmänner hatte Großbritannien von seiner stolzen
Höhe herabgestürzt. Erst vor kurzem war ein erlesenes Heer
aus dem Mutterlande unter den Befehlen eines Führers, der wegen
seiner großen kriegerischen Verdienste besonders geachtet war,
von einer Handvoll Franzosen und Indianern schimpflich zersprengt
worden. Die bestürzten Kolonisten glaubten nun das Geheul der
Wilden in jedem Windstoß zu hören, der aus den endlosen
Wäldern des Westens pfiff. Der grausame Charakter der
erbarmungslosen Kampfweise vermehrte noch die natürlichen


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