Das Ende vom Lied - Joseph Conrad - Страница 1 из 221


auf das Land zu genommen hatte, war die morastige Küste als ein
dunkler Rauchstreifen hinter dem Band aus Schaum erschienen. Es war,
als ob Sonnenstrahlen mit größter Gewalt auf die ruhige See
fielen, als ob sie auf der Oberfläche in glitzernden Dunst
zerstäubten, in ein fast greifbares Licht, das das Auge blendete
und das Hirn mit seinem grellen Flackern ermüdete.
Kapitän Whalley sah nicht auf die See. Als sein Serang sich dem
geräumigen Rohrstuhl, den der Kapitän wuchtig
ausfüllte, genähert und mit leiser Stimme gemeldet hatte,
daß der Kurs umgesteuert werden müsse, da war Kapitän
Whalley sofort aufgestanden und, das Gesicht geradeaus gerichtet,
stehengeblieben, während das Vorderende seines Schiffes einen
Viertelkreisbogen beschrieb. Er hatte kein einziges Wort
ausgesprochen, hatte nicht einmal den Befehl gegeben, das Ruder zu
stützen. Es war der Serang, ein ältlicher, flinker, kleiner
Malaie mit sehr dunkler Haut, der murmelnd dem Steuermann den Befehl
gab. Und dann setzte sich Kapitän Whalley langsam wieder in den
Armstuhl auf der Brücke und sah starr auf das Deck zu seinen
Füßen. Er konnte nicht hoffen, in diesen
Gewässern etwas Neues zu sehen. Er hatte während der letzten
drei Jahre immer die gleichen Küsten befahren; von Low Cape nach
Malantan waren es fünfzig Meilen, sechs Stunden Fahrt für
das alte Schiff mit der Flut, oder sieben dagegen. Dann steuerte man
das Land an, und allmählich erschienen dann drei Palmen am


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