Das Herz der Finsternis - Joseph Conrad - Страница 1 из 167


schwoite an ihrem Anker ohne die leiseste Regung in den Segeln und
hielt Rast. Die Flut hatte begonnen, es war fast völlig
windstill, und da wir stromabwärts wollten, so hatten wir weiter
nichts zu tun, als liegenzubleiben, und das Kentern des Stromes
abzuwarten. Die Themsemündung dehnte sich vor uns wie der
Anfang einer ungeheuren Wasserstraße. Draußen waren die
See und der Himmel fugenlos zusammengeschweißt, und in dem
leuchtenden Raum schienen die gegerbten Segel der Leichter, die mit
der Flut herauftrieben, reglos still zu stehen, als scharf umrissene
rote Leinwandstücke, vom Lackglanz der Spriete gehöht. Ein
leichter Dunst lagerte über den niedrigen Ufern, die gegen die
See zu ganz flach verliefen. Die Luft über Gravesend war dunkel
und schien noch weiter zurück zu einer finsteren Wolke
verdüstert, die unbeweglich über der größten
Stadt der Erde lagerte. Der Direktor der Handelsgesellschaft war
unser Schiffer und Gastgeber. Wir vier betrachteten wohlwollend seinen
Rücken, während er im Bug stand und seewärts Ausschau
hielt. Auf dem ganzen Strom war sicher nichts zu finden, das halb so
seemännisch ausgesehen hätte. Er erinnerte an einen Lotsen,
der für einen Seemann der Inbegriff der Vertrauenswürdigkeit
ist. Es war schwierig, sich vorzustellen, daß seine Berufsarbeit
nicht dort vor ihm lag, in der leuchtenden Mündung, sondern
hinter ihm, in der brütenden Dunstwolke. Zwischen uns


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