Der Geheimagent - Joseph Conrad - Страница 1 из 408


habe ich schon einmal geschrieben. Das war, als ich das Werk eines
deutschen Dichters französischer Nation und insbesondere seinen
glücklichsten, uns ganz zum populären Besitz gewordenen
Beitrag, den »Peter Schlemihl« wieder einmal bei uns
»einzuleiten« hatte. Hier ist das Gegenstück unserer
Tage, ein polnisch-englisches zur Abwechslung: es ist nicht unsere
Anziehungskraft, die sich diesmal bewährt; wir sind unbeteiligt,
wir übersetzen nur; doch soll das unser Vergnügen an dem
schönen, merkwürdigen Falle nicht schmälern, und so
neidlos gefesselt wollen wir darauf blicken, wie einst die anderen auf
das Phänomen von Chamissos deutschem Dichtertum. Das Vorkommnis
individueller Verliebtheit in eine andere nationale Lebensform, der
entschlossenen und radikalen Auswanderung, der völligen
persönlichen und geistigen Naturalisation in fremder
Volkssphäre, so, als handle es sich um die
menschlich-intelligente Richtigstellung eines Irrtums der fehlbaren
Natur, – wiederholt sich, wie es scheint, mit einer gewissen
Regelmäßigkeit in der Geschichte der Kultur und der
Dichtung, und derjenige, dessen gesunde Ehrfurcht vor dem
Natürlichen mit einiger weniger gesunden, aber menschlich nicht
unanständigen Ironie gegen dies zweifellos heilige Element
gemischt ist, wird die verzerrte Miene vermeiden, mit der man eine
Monstrosität beobachtet, sondern mit Sympathie und
Genugtuung eine nationale Freizügigkeit feststellen, deren


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