Die 'Tremolino' - Joseph Conrad - Страница 1 из 38


Kinderstube unserer seefahrenden Vorfahren, lernen sollte, auf den
Wegen meines Berufes zu wandeln und zu reifen in der Liebe zur See, in
blinder Liebe, wie es junge Liebe oft ist, aber in verzehrender und
selbstloser Leidenschaft, wie alle wahre Liebe sein muß. Ich
verlangte nichts von ihr, nicht einmal Abenteuer. Darin zeigte ich
vielleicht mehr intuitive Weisheit als große Selbstverleugnung,
denn noch nie wurden Abenteuer erlebt, nach denen man verlangte. Wer
auszieht, um mit vorbedachtem Streben Abenteuer zu erleben, wird nur
taube Blüten finden, es sei denn, er gehöre wirklich zu den
Lieblingen der Götter und den Großen unter den Helden, wie
der vortreffliche Ritter Don Quijote de la Mancha. Wir
gewöhnlichen Sterblichen mittelmäßigen Geistes, die
nur allzu beflissen sind, böse Riesen als rechtschaffene
Windmühlen anzusehen, erleben die Abenteuer wie kurze, seltene
Besuche. Unvermutet dringen sie in unser zufriedenes Dasein ein, und
oft kommen sie, wie es ungebetene Gäste gerne tun, zu ungelegenen
Zeiten. Wir sind dann froh, sie unerkannt und ohne Dank für die
hohe Gunst wieder ziehen zu lassen. Wenn man nach vielen Jahren am
Wendepunkt in der Mitte seines Lebensweges zurückblickt auf die
Ereignisse der Vergangenheit, die uns wie eine freundlich gesinnte
Menge betrübt nachzusehen scheinen, indessen wir eilends dem
kimmerischen Ufer zustreben, dann erblicken wir vielleicht hier und
dort in der grauen Menschenmasse eine Gestalt, von der ein schwacher


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