Gaspar Ruiz - Joseph Conrad - Страница 1 из 88


absonderliche Gestalten aus der Verborgenheit, die bei geordneten
bürgerlichen Verhältnissen das gewöhnliche Los
schlichter Leute ist. Gewisse Persönlichkeiten werden
berühmt durch ihre Laster und Tugenden, oder einfach durch ihre
Taten, die eine zeitweilige Bedeutung haben mögen; und dann
vergißt man sie. Nur die Namen einiger weniger Führer
überdauern das Ende des bewaffneten Aufruhrs und werden in die
Geschichte aufgenommen, so daß sie, aus dem lebenden
Gedächtnis der Menschen entschwunden, in Büchern fortleben.
Der Name des Generals Santierra hat es zu dieser kalten,
papierenen Unsterblichkeit gebracht. Er war ein Südamerikaner aus
guter Familie, und die Bücher, die zu seinen Lebzeiten
veröffentlicht wurden, zählten ihn unter die Befreier dieses
Erdteils von der drückenden spanischen Herrschaft. Dieser
lange Krieg, der auf der einen Seite für die Unabhängigkeit
und auf der anderen um die Herrschaft geführt wurde, nahm im
Laufe der Jahre und unter den schwankenden Wechselfällen des
Geschickes die unerbittliche Wildheit eines Kampfes auf Tod und Leben
an. Jedes Gefühl von Barmherzigkeit und Mitleid verschwand in der
Hochflut politischer Leidenschaften. Und wie es im Krieg
gewöhnlich ist: die Masse des Volkes, die bei dem Ausgang am
wenigsten zu gewinnen hatte, die litt am schwersten, an Leib und Leben
und der armseligen Habe ihrer namenlosen Angehörigen.
General Santierra begann seine Laufbahn als Leutnant in der


-10     пред. Страница 1 из 88 след.     +10