Nostromo - Joseph Conrad - Страница 1 из 757


sorgfältigsten durchdachte der längeren Erzählungen aus
der Zeit nach der Veröffentlichung des Novellenbandes Taifun.
Ich will nicht sagen, daß mir damals etwa ein Wechsel in meiner
Einstellung auf meine künstlerische Aufgabe zum Bewußtsein
gekommen wäre. Und vielleicht hat es einen solchen Wechsel auch
gar nicht gegeben, außer in jenem geheimnisvollen,
unterbewußten Punkt, der mit den Kunsttheorien nichts zu tun
hat; einen kaum merklichen Wechsel in der Art der Eingebung; ein
Phänomen, für das ich in keiner Weise verantwortlich zu
machen bin. Was mich allerdings etwas beunruhigte, war der Umstand,
daß ich nach Beendigung der letzten Novelle von
»Taifun« irgendwie das Gefühl hatte, es wäre
über nichts in der Welt mehr zu schreiben. Diese eigenartig
verneinende und beunruhigende Stimmung hielt geraume Zeit an; und dann
entstand in mir, wie bei vielen meiner längeren Erzählungen,
der erste Gedanke für »Nostromo« in Gestalt einer
flüchtigen Anekdote, ohne verwendbare Einzelheiten.
Tatsächlich hatte ich im Jahre 1875 oder 1876, als ganz junger
Mensch, in Westindien oder vielmehr im Golf von Mexiko, denn meine
Berührungen mit dem Lande waren kurz, selten und flüchtig,
die Geschichte eines Mannes gehört, von dem es hieß, er
habe ganz allein eine Leichterladung Silber gestohlen, irgendwo an der
Küste der Tierra Firme, während der Wirren einer Revolution.
Auf den ersten Blick erschien dies als etwas wie eine Tat. Aber


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