Krakatit - Karel Capek - Страница 1 из 395


Fiction-Roman Titel der tschechischen Originalausgabe
Krakatit Deutsche Übersetzung von J. Mader  
  Wilhelm Heyne Verlag
München 1 Gegen Abend verdichtete sich
der Nebel des naßkalten Tages. Es war, als bahnte man sich einen
Weg durch eine schüttere, feuchte Masse, die sich unaufhaltsam
gleich wieder hinter einem schloß. Man hätte daheim sein
mögen, daheim bei der Lampe in seinen vier Wänden. Nie
hatte sich Prokop so verlassen gefühlt. Mühevoll tappte er
den Weg am Ufer entlang. Ihn fröstelte, seine Stirn war feucht
vom Schweiß der Schwäche. Er hätte sich gern auf die
nasse Bank gesetzt, aber er fürchtete die Polizei. Er hatte das
Gefühl, daß er taumelte; bei der Altstädter Mühle
wich ihm jemand in weitem Bogen aus wie einem Betrunkenen. Er nahm
jetzt seine ganze Kraft zusammen, um aufrecht zu gehen. Da kam ihm ein
Mann entgegen, den Hut tief ins Gesicht gedrückt und den Kragen
hochgeschlagen. Prokop biß die Zähne zusammen, runzelte die
Stirn und spannte alle Muskeln, um unbehindert vorbeizukommen. Aber
knapp einen Schritt vor dem Passanten wurde ihm schwarz vor den Augen,
mit einemmal begann sich alles um ihn zu drehen. Er sah plötzlich
nahe, ganz nahe ein Paar Augen vor sich, die ihn durchbohrend
anstarrten. Er stieß gegen eine Schulter, murmelte etwas wie
»Verzeihung« und ging mit krampfhafter Würde weiter.
Nach einigen Schritten blieb er stehen und sah sich um. Der Mann


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