Die Rumplhanni - Lena Christ - Страница 1 из 210


um den Abend des Tags, da man schreibt den fünften August
eintausendneunhundertvierzehn. Die Sonn geht langsam hinter den alten
Zwiebelturm der Kirche zu Öd, scheint noch eine Zeitlang auf die
Bergwände da hinten, weit hinter Höhenrain und Kirchdorf,
daß sie flimmern und brennen, und verschwindet dann gemach
hinter den Wäldern vor Frauenreuth. Aus der Hufschmiede, die an
der Straße gegen Ostermünchen steht, dringt noch
beißender Rauch. Der alte Hufschmied schlägt fluchend und
kreistend dem feisten Bräundl des Reiserbauern von Vogelried das
letzte Eisen an den Huf; sein Gsell, der Pauli, löscht singend
und pfeifend die Glut der Feuerung, und der Lehrbub räumt
verdrossen die Werkzeuge auf. »Soo!« sagt endlich der
Schmied und strafft seinen Rücken zur Höh;
»Herrvergeltsgood, dees hätt' ma wieder! – Jetz
schaug nur, Reiser, daß er guat hintrekimmt auf Frankreich, dei
Häuter!« Der Reiser verzieht das Gesicht zu einem halben
Lächeln. »Werd scho umifindn!« meint er dann und
weist den Gaul gemächlich aus der Schmiede; »und jetz sag i
dir halt no an scheen Dank und guat Nacht!« »Es is
scho recht!« sagt der Schmied und hängt sein Schurzfell an
den Haken hinterm Tor; »guate Nacht aa!« »I
laß dein Kaschba a guats Hoamkemma wünschen, sagst!«
– »I dank dir, Reiser.« – »Und an Franzl
aa, balst eahm schreibst!« – »Der is scho dahi
– anorts – gega Frankreich, moanet i.«


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