Das schwebende Schachbrett - Louis Couperus - Страница 1 из 305


dem eigentlichen Werke vorangeht, den Leser mißmutig, der im
allgemeinen jeder Vorrede abhold zu sein pflegt. Ich als
Schriftsteller schwärme auch nicht dafür, aber in diesem
besonderen Falle bin ich der Ansicht, daß meinem
»Schwebenden Schachbrette« ein paar einleitende
Bemerkungen von einigem Nutzen sein dürften und hoffe darum,
daß der Leser sie nicht so unbeachtet lassen wird, wie ich
selber – zu meiner Schande muß ich es gestehen – so
manches Vorwort unbeachtet ließ. Denn um für den
Abenteuerroman vom »Schwebenden Schachbrett« die rechte
Stimmung zu finden, ist es zwar durchaus nicht erforderlich, daß
der Leser alle mittelalterlichen Geschichten von Artur und seiner
Tafelrunde kennt. Wohl aber hält es der Autor für seine
Pflicht, ihn wenigstens im großen Umriß über die
Atmosphäre aufzuklären, die dieses »Schwebende
Schachbrett« umgibt. Wir wollen uns daher einen Augenblick
daran erinnern, daß nach den großartigen, aber oftmals
etwas derben mittelalterlichen Versen, die nach dem Tode Karls des
Großen die Taten der tapferen Pairs des gewaltigen Kaisers
besangen und für welche die Chanson de Roland ein prächtiges
Beispiel ist, ein neues Ideal entsteht: für die Ritterschaft und
für die Literatur, die sie besingt. Die Kreuzfahrer haben
Jerusalem erobert, sie haben den Orient kennengelernt, sie sind mit
ungeheuren Schätzen sowohl von materiellem Wert, wie auch von
orientalischer Poesie in ihre Heimat zurückgekehrt, und


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