Xerxes - Louis Couperus - Страница 1 из 296


seinen versammelten Großen: »Perser! Ich
wünsche nichts Neues oder den Göttern Mißliebiges zu
tun. Ich wünsche nur die Weltmacht zu erringen.« Mit dem
Zepter machte er eine zierliche Gebärde, um zu unterstreichen,
daß er in der Tat sehr sittsam sei und ehrlich Göttern und
Menschen gegenüber. Xerxes, der König der Könige,
saß auf seinem erhabenen Throne. Der ruhte auf zwei goldenen
Löwen mit wild verzerrten Fratzen, und an den breiten Stufen
entlang reihten sich gleichfalls zweimal sechs Löwen aus Gold mit
wild verzerrten Fratzen. Xerxes selber stand in der Blüte der
männlichen Jugend, und sein gewinnendes Lächeln und sein
gewinnender Blick – als müsse er es allen klarmachen,
daß die Erlangung der Weltmacht ein Ziel des Ehrgeizes, dem
König der Könige, dem König der Perser, wohl gestattet
sei – strahlten sonnengleich aus seinem Antlitz in den Saal
hinein über alle seine Großen, die sich, wo sie standen,
vordrängten bis ganz weit weg, vorn, in der Mitte und weit
hinten, zwischen den vor dem Blick verschwindenden
Säulen. Viele der geringeren Großen, die weit entfernt
standen, vernahmen Xerxes nicht. Dies machte wenig aus. Sie stimmten
allezeit mit den einflußreicheren Großen überein, die
wohl vernehmen konnten, was der Basileus mit wohltönender Stimme
laut verkündete. Es war im Spätherbst, und die Sonne
(von der die Priester fälschlich behaupten, daß sie das


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