Gottes Hand - Luis Coloma - Страница 1 из 291


Gottes Hand. Digitus Dei est hic.
(Dieses ist ein Fingerzeig Gottes.)
Exodo cap. VIII, v. 19. I. In dem kleinen Dorfe
herrschte eine gewisse Unruhe: die Männer kamen vor der Zeit und
eilig von der Arbeit nach Hause, legten die Werkzeuge ab und eilten
scharenweise in die Schenke des Gevatters Mal-Alma. Auch die Frauen
eilten herbei, scharten sich zusammen und gingen mit
hochaufgerichtetem Kopf, wie witternde Hunde, auf der Suche nach
Nachrichten von der Türe der Schenke bis zu dem verfallenen
Häuschen von Juan dem Gesichtslosen. Dort war an einem in die
Mauer eingelassenen Ringe ein herrliches schwarzes Füllen
angebunden, mit einer Trense im Maul, einem Kappzaum mit doppeltem
Zügel, einem Sattel, wie ihn die Kuhhirten brauchen, hinten
aufgeschnallt, Pistolen im vorderen Halfter und einer
zweiläufigen Flinte an der rechten Seite. Eine Schar von Kindern
umringte das hübsche Tier, das ungeduldig die Mähne
schüttelte und den Fußboden stampfte, als wollte es sich
gewaltsam gegen die Fesseln auflehnen, die es seiner Freiheit
beraubten. Neben diesem Füllen stand ein anderes starkes Pferd,
das weniger schön, knochig und von jener Art war, wie sie in
Andalusien die Viehhändler und Gutsinspektoren reiten, das das
Geschirr halb ländlich, halb kriegerisch mit Geduld trug und mit
seiner Unbeweglichkeit seinem widerspenstigen Nachbarn als Beispiel
dienen konnte. »Lopijillo ist gekommen!« sagten die


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